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Warum manche Straßenzüge deutlich gefragter sind

Warum manche Straßenzüge deutlich gefragter sind

Warum manche Straßenzüge deutlich gefragter sind

in Immobilie
Lesedauer: 4 min.

Wer schon einmal auf der Suche nach einer Wohnung oder einem Haus war, kennt das Phänomen: Zwei Straßen liegen keine 500 Meter auseinander, gehören zum selben Stadtteil, haben ähnliche Bebauung und dennoch klafft zwischen den Angebotspreisen eine Lücke von 25 bis 35 Prozent. Auf den ersten Blick erscheint das willkürlich. Tatsächlich steckt dahinter ein Zusammenspiel aus messbaren Faktoren, die sich durchaus analysieren lassen.

Lärm und Verkehr als härteste Währung

Der wichtigste Einzelfaktor ist Lärm. Studien des Umweltbundesamtes zeigen, dass dauerhafter Straßenverkehrslärm über 65 Dezibel den Immobilienwert um bis zu 10 Prozent drückt. Eine Hauptstraße mit 20.000 Fahrzeugen täglich und eine ruhige Anliegerstraße zwei Querstraßen weiter sind in der Praxis zwei verschiedene Märkte.

Dazu kommt Erschütterung durch Schwerlastverkehr, schlechte Luft durch Stop-and-go-Verkehr und der schlichte Komfortverlust, der sich einstellt, wenn man das Fenster nicht öffnen kann. Käufer sind bereit, für eine ruhige Straße konkret mehr zu zahlen. In München lag der Aufpreis für lärmgeschützte Lagen laut einer Analyse des Immobilienverbandes IVD aus dem Jahr 2022 bei durchschnittlich 8 Prozent.

Baumbestand, Bürgersteige und das Auge des Käufers

Weniger offensichtlich, aber messbar: das Stadtgrün. Straßen mit altem Baumbestand wirken nicht nur schöner, sie sind im Sommer tatsächlich kühler und ziehen andere Käufergruppen an. US-amerikanische Studien haben ergeben, dass reifer Baumbestand entlang von Straßen den Grundstückswert um bis zu 15 Prozent erhöhen kann. Für deutsche Städte liegen die Zahlen niedriger, aber der Effekt ist vorhanden.

Auch der Zustand des öffentlichen Raums spielt eine Rolle. Breite, intakte Bürgersteige, gepflegte Vorgärten, keine Schlaglöcher vor der Einfahrt. Das klingt trivial, hat aber Konsequenzen für die Bewohnbarkeit und damit für die Nachfrage. Straßenzüge mit hohem Leerstand oder sichtbarem Verfall ziehen weniger solvente Kaufinteressenten an, was den Druck auf die Preise weiter erhöht.

Infrastruktur in Gehweite

Fußläufige Versorgung ist einer der stabilsten Werttreiber überhaupt. Straßenzüge, von denen aus sich Supermarkt, Bäcker, Arztpraxis und ÖPNV-Haltestelle in unter zehn Minuten zu Fuß erreichen lassen, erzielen strukturell höhere Preise. Der sogenannte „Walk Score“ wurde in den USA entwickelt, wird aber inzwischen auch von deutschen Maklern und Plattformen genutzt, um Lagen zu bewerten. Wer sich für Globuli bei Kindern interessiert, findet dort eine einfache Orientierung zu Globuli und Schüßler-Salzen im Alltag.

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Wer sich bei der Bewertung einer konkreten Adresse professionelle Unterstützung holt, zum Beispiel über Immobilien Augsburg, bekommt in der Regel genau diese Lagefaktoren systematisch aufgeschlüsselt, statt sich auf Bauchgefühl verlassen zu müssen. Für Käufer ist das besonders wertvoll, weil Infrastruktur sich verändert: Ein Supermarkt schließt, eine neue U-Bahn-Station öffnet. Wer kauft, kauft nicht die heutige Lage, sondern die künftige.

Soziale Dynamik und der Kompositionseffekt

Ökonomen sprechen vom „Kompositionseffekt“: Die Nachbarschaft beeinflusst, wer als nächstes kauft oder mietet. Straßenzüge mit einer stabilen Eigentümerstruktur, also vielen selbstnutzenden Eigentümern statt kurzfristig wechselnden Mietverhältnissen, zeigen eine stärkere Wertentwicklung. Das hat schlichte Gründe: Eigentümer renovieren häufiger, investieren in die Außenfassade und pflegen den Vorgarten.

Das erklärt, warum in manchen Städten einzelne Straßen innerhalb eines sonst durchschnittlichen Quartiers deutlich teurer sind. Dort hat sich historisch eine andere Bevölkerungsstruktur gehalten, die Bausubstanz ist besser gepflegt und die Fluktuation niedriger. Wer dort kauft, zahlt auch für die Stabilität der Nachbarschaft.

Typische Merkmale besonders gefragter Straßen im Überblick

  • Geringe Verkehrsbelastung: Anliegerstraße statt Durchgangsstraße
  • Alter Baumbestand: Erhöht Aufenthaltsqualität und senkt Hitzebelastung
  • ÖPNV-Anbindung: Bus oder Bahn in maximal 8 Minuten Fußweg
  • Hoher Selbstnutzeranteil: Eigentümer kümmern sich mehr um Substanz und Außenbild
  • Keine Gewerbeimmobilien mit Störwirkung: Kein Nachtclub, keine Lagerhalle direkt nebenan
  • Gleichmäßige Bebauung: Kein starker Stilbruch durch Nachverdichtung der 1960er und 1970er Jahre

Was sich durch Stadtplanung verändert

Straßen sind keine statischen Gebilde. Kommunale Entscheidungen können eine Lage innerhalb weniger Jahre erheblich aufwerten oder abwerten. Die Umwidmung einer Hauptstraße zur Fahrradstraße, der Rückbau von Parkplätzen zugunsten von Begrünung oder die Verlängerung einer Straßenbahnlinie sind Eingriffe, die direkt auf Angebots- und Nachfragedynamiken wirken.

Ein gut dokumentiertes Beispiel: In Frankfurt wurde die Berger Straße im Stadtteil Bornheim über mehrere Jahre aufgewertet, Verkehr wurde beruhigt, Gastronomieflächen entstanden. Die Angebotspreise für Eigentumswohnungen in unmittelbarer Nähe stiegen zwischen 2015 und 2020 um rund 40 Prozent, während das umgebende Quartier nur 28 Prozent zulegte. Die Straße selbst war der Treiber.

Wer eine Immobilie als langfristige Investition betrachtet, sollte deshalb nicht nur den Zustand des Objekts prüfen, sondern aktiv recherchieren, welche städtebaulichen Projekte für die betreffende Straße oder den Abschnitt geplant sind. Bauleitpläne, Verkehrsentwicklungspläne und Stadtratsbeschlüsse sind öffentlich zugänglich und oft aufschlussreicher als jede Maklerbroschüre.

Lage bleibt das schwerer korrigierbare Problem

Eine schlechte Küche lässt sich renovieren. Eine Hauptstraße mit 30.000 Fahrzeugen täglich direkt vor der Haustür lässt sich nicht wegdiskutieren. Das ist letztlich der Kern: Lage ist das einzige Element einer Immobilie, das der Käufer nicht verändern kann. Und innerhalb der Lage ist die konkrete Straße die kleinteiligste, aber oft entscheidendste Einheit.

Wer beim Kauf 15 bis 20 Prozent mehr für eine ruhigere, grünere, besser angebundene Straße zahlt, kauft in der Regel nicht teurer. Er kauft stabiler. Denn die Nachfrage nach diesen Lagen bleibt strukturell hoch, unabhängig davon, ob der Markt gerade anzieht oder abkühlt.

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