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Maklergebühren beim Hausverkauf in Karlsruhe

Maklergebühren beim Hausverkauf in Karlsruhe

Maklergebühren beim Hausverkauf in Karlsruhe

in Immobilie
Lesedauer: 4 min.

Wer eine Immobilie in Karlsruhe verkauft, begegnet früher oder später der Frage nach der Maklerprovision. Seit der Reform des Maklerrechts im Dezember 2020 hat sich die Lage für private Verkäufer spürbar verändert. Doch selbst zwei Jahre nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes kursieren in Eigentümergesprächen erstaunlich viele Halbwahrheiten darüber, wer am Ende was bezahlt und warum.

Was das Gesetz seit 2026 vorschreibt

Seit dem 23. Dezember 2020 gilt beim Verkauf von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen das Prinzip der Teilung: Beauftragt der Verkäufer einen Makler, darf er die Provision nicht mehr vollständig auf den Käufer abwälzen. Verkäufer und Käufer müssen jeweils mindestens die Hälfte der vereinbarten Provision tragen. Wer also als Eigentümer einen Makler beauftragt und 3,57 Prozent Provision vereinbart, kann höchstens weitere 3,57 Prozent vom Käufer verlangen.

Konkret bedeutet das für Karlsruhe: Die marktübliche Gesamtprovision liegt derzeit bei 7,14 Prozent des Kaufpreises inklusive Mehrwertsteuer. Diese teilt sich zu je 3,57 Prozent auf Verkäufer und Käufer auf. Bei einem Kaufpreis von 550.000 Euro zahlen beide Seiten damit je rund 19.635 Euro an den Makler. Das klingt auf den ersten Blick nach einer fairen Aufteilung, aber Verkäufer sollten verstehen, dass dieser Betrag trotzdem ihren Nettverkaufserlös mindert.

Wie Karlsruhe im Vergleich dasteht

Die Provisionshöhe ist in Deutschland regional unterschiedlich. In Karlsruhe und dem übrigen Baden-Württemberg hat sich der Satz von 7,14 Prozent (3,57 Prozent je Seite) als Standard etabliert. Das entspricht dem bundesweiten Mittelfeld. In München oder Hamburg bewegen sich die Sätze ähnlich, in strukturschwächeren Regionen teils niedriger.

Wichtig zu wissen: Die Provisionshöhe ist gesetzlich nicht festgeschrieben. Sie entsteht durch Vereinbarung zwischen Eigentümer und Makler. Wer drei Maklerbüros anfrägt, stellt häufig fest, dass die Angebote durchaus variieren, auch wenn der Markt in Karlsruhe wenig Spielraum nach unten kennt, weil die Nachfrage nach guten Immobilien hoch bleibt.

Nebenkosten, die Eigentümer oft unterschätzen

Die Maklerprovision ist nur eine von mehreren Kostenarten beim Hausverkauf. Wer als Verkäufer in Karlsruhe kalkuliert, sollte folgende Posten auf dem Schirm haben:

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  • Notarkosten: Rund 1,5 Prozent des Kaufpreises, trägt in der Regel der Käufer, aber die Vorbereitung des Kaufvertrags kostet auch den Verkäufer Zeit und manchmal Gebühren für Löschungsbewilligungen.
  • Grundbuchkosten: Ebenfalls beim Käufer, doch ausstehende Grundschulden müssen vorab gelöscht werden, was Gebühren auslöst.
  • Energieausweis: Pflicht beim Verkauf. Ein Verbrauchsausweis kostet zwischen 50 und 100 Euro, ein Bedarfsausweis je nach Aufwand bis zu 500 Euro.
  • Spekulationssteuer: Wer die Immobilie nicht selbst genutzt hat und sie innerhalb von zehn Jahren nach dem Kauf verkauft, zahlt auf den Gewinn Einkommensteuer.
  • Vorfälligkeitsentschädigung: Läuft noch ein Kredit auf die Immobilie, verlangt die Bank bei vorzeitiger Ablösung oft eine Entschädigung, die in Karlsruhe bei einem typischen Darlehen schnell fünfstellige Beträge erreichen kann.

Was Eigentümer beim Maklervertrag prüfen sollten

Bevor ein Eigentümer unterschreibt, lohnt ein genauer Blick auf den Maklervertrag. Drei Punkte sind besonders relevant. Erstens die Laufzeit: Viele Verträge sehen eine Mindestlaufzeit von drei bis sechs Monaten vor. Ein Alleinauftrag bindet den Verkäufer in dieser Zeit an genau einen Makler. Wer verschiedene Anbieter vergleichen möchte, findet über Verzeichnisse wie Immobilienmakler-atlas einen Überblick über Makler in der Region. Zweitens die Leistungen: Was ist konkret enthalten? Professionelle Fotos, ein virtueller Rundgang, Grundrissaufbereitung und die Platzierung auf den relevanten Portalen wie Immobilienscout24 oder Immowelt sollten selbstverständlich sein, aber sie stehen nicht automatisch im Vertrag. Drittens die Fälligkeit: Die Provision wird erst bei notariellem Kaufvertragsabschluss fällig, nicht schon bei Besichtigungen oder einem Vorvertrag.

Wer eine Immobilie verkaufen Karlsruhe möchte, sollte außerdem klären, ob der Makler ausschließlich im Auftrag des Verkäufers handelt oder ob er gleichzeitig Käufer betreut, was zu Interessenkonflikten führen kann.

Provision sparen durch Eigenvermarktung: Lohnt sich das?

Manche Eigentümer überlegen, den Makler ganz wegzulassen und ihre Immobilie selbst zu vermarkten. In Karlsruhe ist der Markt gut genug, dass Anfragen über Portale zuverlässig eingehen. Dennoch unterschätzen Selbstvermarkter den Aufwand regelmäßig. Besichtigungen binden Zeit, die Unterlagenbeschaffung beim Baurechtsamt oder Grundbuchamt kostet Nerven, und Preisverhandlungen laufen besser, wenn eine neutrale dritte Person zwischen Käufer und Verkäufer vermittelt.

Ein Rechenbeispiel: Spart ein Verkäufer bei einem 500.000-Euro-Objekt seine Hälfte der Provision von 17.850 Euro, investiert er aber 40 Stunden Eigenzeit und verhandelt am Ende 15.000 Euro unter dem erzielbaren Marktpreis, hat er kaum gewonnen. Professionelle Makler kennen den Karlsruher Markt im Detail und können Argumente für den Angebotspreis überzeugend vertreten, was gerade in Preisverhandlungen bares Geld wert ist.

Sonderfall: Wenn der Käufer einen eigenen Makler mitbringt

Gelegentlich kommt ein Kaufinteressent mit einem eigenen Makler, der eine Käuferprovision erwartet. Hier gelten andere Regeln als beim gemeinschaftlichen Auftrag. In diesem Fall schuldet der Verkäufer dem Käufermakler nichts, solange kein Vertragsverhältnis besteht. Kommt es dennoch zu Provisionsstreitigkeiten, ist anwaltliche Beratung ratsam. Das Maklerrecht enthält klare Regelungen zur Kausalität, also der Frage, ob die Maklertätigkeit tatsächlich zum Vertragsabschluss beigetragen hat.

Fazit: Die Maklerprovision beim Hausverkauf in Karlsruhe ist durch das Gesetz von 2020 gerechter verteilt als früher, aber sie bleibt ein substanzieller Kostenfaktor. Wer als Eigentümer die Zahlen kennt, den Maklervertrag kritisch liest und die Gesamtkosten von Anfang an in die Kalkulation einbezieht, vermeidet böse Überraschungen und kann den Verkaufsprozess entspannter angehen.

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